Erinnern für die Zukunft

„Erinnern für die Zukunft“ versteht sich als langfristiger Beitrag zu einer lebendigen, kritischen und demokratischen Erinnerungskultur in Delmenhorst und der Region. Das Breite Bündnis gegen Rechts richtet den Blick dabei bewusst auf die Zeit des Nationalsozialismus und auf jene Menschen, die sich zwischen 1933 und 1945 mutig gegen Unrecht, Verfolgung und Diktatur gestellt haben. Der Ansatz folgt diesen Leitlinien und Zielen

Leitlinien

  • Erinnerung als dauerhafte Aufgabe
    Erinnerungsarbeit ist ein fortlaufender Prozess. Das Projekt ist langfristig angelegt und wird kontinuierlich weiterentwickelt, um historische Verantwortung dauerhaft im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

  • Sichtbarmachung regionalen Widerstands
    Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Erforschung, Würdigung und Vermittlung des Wirkens regionaler Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer, die sich zwischen 1933 und 1945 in Delmenhorst und Umgebung dem nationalsozialistischen Regime widersetzten – oft unter Einsatz ihres Lebens.

  • Kritische Auseinandersetzung statt ritualisiertem Gedenken
    Erinnerung wird nicht als bloßes Gedenken verstanden, sondern als aktive Auseinandersetzung mit Handlungsspielräumen, Mut und Verantwortung – damals wie heute.

  • Lokale Geschichte als Teil der Gesamtgeschichte
    Biografien, Orte und Ereignisse vor Ort werden in ihren historischen Zusammenhang gestellt, um zu zeigen, dass Widerstand, Verfolgung und Zivilcourage auch in der eigenen Stadt stattfanden.

  • Vielfalt der Perspektiven
    Das Projekt bezieht unterschiedliche Formen des Widerstands ein – politisch, religiös, gesellschaftlich oder individuell – und macht auch bislang wenig beachtete Biografien sichtbar.

  • Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart
    Die Auseinandersetzung mit historischem Widerstand dient als Orientierung für den heutigen Einsatz gegen Rassismus, Antisemitismus und demokratiefeindliche Ideologien.

Ziele

  • Widerstandsgeschichte erforschen und vermitteln
    Ziel ist es, Wissen über regionale Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer sowie ihre Motive, Netzwerke und Folgen ihres Handelns zu vermitteln und dauerhaft zugänglich zu machen.

  • Biografien würdigen und erinnern
    Die individuellen Lebenswege, Verfolgungen und Handlungen von Widerständigen sollen sichtbar gemacht und als Teil der lokalen Erinnerungskultur verankert werden.

  • Gedenkorte und Erinnerungszeichen entwickeln
    Orte des Widerstands, der Verfolgung und des Gedenkens sollen identifiziert, erklärt und – wo möglich – durch neue Erinnerungsformen ergänzt werden.

  • Demokratische Handlungskompetenz stärken
    Die Beschäftigung mit historischem Widerstand soll Mut machen, eigene Handlungsmöglichkeiten in der Gegenwart zu erkennen und wahrzunehmen.

  • Beteiligung und Bildung fördern
    Schulen, Initiativen und engagierte Bürger*innen werden aktiv eingebunden, um Widerstandsgeschichte gemeinsam zu erforschen, zu vermitteln und weiterzutragen.

  • Erinnerung zukunftsorientiert gestalten
    Das Projekt versteht Erinnerung als Grundlage für eine demokratische, solidarische und vielfältige Gesellschaft – getragen vom Wissen um die Verantwortung jedes Einzelnen.